DaZ/DaF-Lehrkräfte

Arbeits- und Einkommensbedingungen von DaZ/DaF-Lehrer*innen verbessern

Arbeits- und Einkommensbedingungen von DaZ/DaF-Lehrer*innen verbessern

ver.di bezieht Position!
Aufgrund des Zuwanderungsgesetzes haben seit elf Jahren die meisten nach Deutschland kommenden Menschen einen Anspruch auf einen Integrationskurs. Durchgeführt werden diese Kurse von DaZ/DaF Lehrkräften. Diese Lehrkräfte haben einen Hochschulabschluss und Zusatzausbildung. Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) benötigen sie eine Zulassung. Daz/DaF Lehrkäfte lehren Deutsch als Zweitsprache, geben Alphabetisierungs- und Orientierungskurse, nehmen Sprach- und Einbürgerungsprüfungen ab. DaZ/DaF- Lehrer*innen geben aber auch Sprachkurse, die nicht über das BAMF finanziert werden (z.B. alle Sprachkurse ab Niveau B2). Die Honorare liegen in diesen Fällen oft deutlich niedriger als bei den BAMF-Kursen.

In der Prekariatsfalle:
Die wirtschaftliche und soziale Situation der Daz/DaF- Lehrkräfte ist seit vielen Jahren prekär. Als überwiegend Solo-Selbständige müssen sie von ihrem Honorar Steuern sowie die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile der Sozialabgaben zahlen, da sie renten-, kranken- und pflegeversicherungspflichtig sind. Sie haben keine Ansprüche gegenüber dem Auftraggeber, wenn Maßnahmen nicht zustande kommen. Die selbständigen DaZ/DaF-Lehrer*innen arbeiten meistens hauptberuflich und überwiegend für einen Auftraggeber als selbstständige Honorarlehrkräfte. Aus diesem Grunde sind sie als Arbeitnehmerähnliche Personen entsprechend § 12 a TVG zu behandeln. Darum haben sie einen gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub. Sie brauchen darüber hinaus eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, finanzielle Absicherung bei Auftragsausfall, bei Fehlzeiten wie z.B. Mutterschutz, in Ferienzeiten und für auftraggeberfinanzierte Fort- und Weiterbildung sowie bezahlte Teilnahme an Fachkonferenzen.

Das kann in Tarifverträgen vereinbart werden!

Das wollen wir:
ver.di fordert grundsätzlich, dass diese Lehrkräfte in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis beschäftigt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Lehrkräfte dem Weisungsrecht des Auftraggebers unterliegen. Als Akademiker*innen mit Zusatzqualifikationen und entsprechender Tätigkeit sind sie vergleichbar mit Berufsschullehrer*innen entsprechend den Regelungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) zu bezahlen. Sind sie als Solo-Selbständige tätig, ist der Honorarsatz so zu bemessen, dass das Einkommen nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen sowie Beiträgen für zusätzliche Alterssicherung und Absicherung bei Auftragsausfall im Jahresdurchschnitt dem einer angestellten Lehrkraft entspricht. ver.di wird ihren politischen Einfluss geltend machen, dass Qualitätsstandards auf hohem Niveau gehalten und nicht z.B. aufgrund von gelockerten Zulassungskriterien für Lehrkräfte und Erhöhung der Gruppengröße sinken und dass die notwendigen finanziellen Mittel aus öffentlicher Hand zur Verfügung gestellt werden.

Erreichte Standards können auch ein Hebel für die Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen für Arbeitnehmer*innen und Honorarkräfte mit vergleichbarer Tätigkeit in anderen Bereichen der beruflichen Weiterbildung sein.

Wie gut die Arbeits- und Einkommensbedingungen sind, das handelt ver.di mit den Arbeitgebern in Tarifverhandlungen aus. Je stärker ver.di in diesem Segment der Bildung ist, je mehr sich DaZ/DaF Lehrkräfte in ver.di zusammenschließen desto mehr kann politisch und tariflich durchgesetzt werden.

MEHR MITGLIEDER – MEHR MACHT – MEHR MÖGLICHKEITEN