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Uni for Future

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Klimademo in Darmstadt am 25.09.2020 Kathrin Hedtke Klimademo in Darmstadt am 25.09.2020

Beim globalen Klimaprotest sind ver.di-Aktive der TU Darmstadt ganz selbstverständlich mit dabei. Für sie steht fest: »Gewerkschaft und Umweltschutz gehört zusammen.«

Beim weltweiten Klimastreik am Freitag streifen die ver.di-Aktiven auf dem Darmstädter Karolinenplatz neongelbe Warnwesten über ihre Regenjacken und rollen im Nieselregen ein großes Transparent aus: »TU-Beschäftigte for Future«, steht darauf. Für Carl Pfeif-Herz, Personalratsmitglied an der Technischen Universität (TU) Darmstadt, ist ganz selbstverständlich, dass er beim Aktionstag dabei ist: »Gewerkschaft und Umweltschutz gehört zusammen«, findet der Elektriker. Sein junger Kollege Johannes Reinhard nickt: »Klimaschutz geht uns alle an.« Gewerkschaft bedeute für ihn Solidarität, sagt der ver.di-Vertrauensleutesprecher. Klar sei: »Klimaschutz ist nichts, was jeder für sich alleine schaffen kann, sondern lässt sich nur gemeinsam erreichen.«

Auch der Soziologe Daniel Behruzi findet es wichtig, die Bewegung nicht alleine den Schülerinnen und Schülern zu überlassen. »Wir als Gewerkschaft müssen uns aktiv daran beteiligen.« Schließlich gehe es beim Umweltschutz auch um soziale Fragen. Die Bekämpfung des Klimawandels müsse gerecht gestaltet werden, fordert der Wissenschaftliche Mitarbeiter. »Gewerkschaften können in der Bewegung eine wichtige Rolle spielen und Antworten für diese zentralen Fragen finden.« Dadurch würden Gewerkschaften auch attraktiver für junge Leute. Der ver.di-Vertrauensmann ist erfreut, dass sich »Fridays for Future« in der aktuellen Tarifrunde des Nahverkehrs für eine bessere Bezahlung der Bus- und Straßenbahnfahrer*innen stark macht. Ihr Argument: Nur so lassen sich Fachkräfte für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gewinnen. Oft ist zu hören, dass der Klimaschutz Jobs gefährdet. Doch Johannes Reinhard hebt hervor, dass durch die Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien viele neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Die Gewerkschaften seien gefragt, die beruflichen Zukunftsperspektiven der Menschen mitzugestalten, so der Gewerkschafter.

Die ver.di-Aktiven der TU Darmstadt betonen, dass den Hochschulen eine zentrale Rolle beim Klimaschutz zukommt. Forschung sei extrem wichtig, sagt Daniel Behruzi. Schließlich liefere die Wissenschaft jene Erkenntnisse, die von der Politik umgesetzt werden müssten. Allerdings brauche es eine breitere Diskussion darüber, welche Forschung sinnvoll sei. So gebe es zum Beispiel ganz neu erstmals Fahrradprofessuren an sieben deutschen Hochschulen, das sei jedoch nur ein Bruchteil der Lehrstühle für Automobilwirtschaft. Auch Johannes Reinhard sagt, dass die Wissenschaft in der Klimafrage besonders gefragt sei. Der Wissenschaftliche Mitarbeiter forscht zu den Auswirkungen des Rochensterbens in der Arktis. »Klima ist ein globales System«, sagt der Doktorand der Physik. »Alles hängt mit allem zusammen.« Wissenschaft habe die Aufgabe, die Folgen des Klimawandels aufzuzeigen und Alternativen zu entwickeln.

Die Unileitung schreibe sich den Einsatz für Umweltschutz auf die Fahne, fügt Carl Pfeif-Herz hinzu. »Wir müssen sie öfter mal daran erinnern.« Für Miriam Hauf, Bibliotheksangestellte der TU, ist es eine Herzensangelegenheit, sich an den Protesten zu beteiligen. »Wir haben nur eine Erde«, sagt die ver.di-Vertrauensleutesprecherin. »Wenn es vorbei ist, ist es vorbei.« Die ver.di-Aktiven wollen das Thema künftig auch noch stärker in den Betrieb tragen. Für alle steht fest: »Auf der nächsten Demo sind wieder dabei«, sagt Johannes Reinhard.

Kathrin Hedtke

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