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ver.di Thementag Gute Bildung am 31. August

ver.di Thementag Gute Bildung am 31. August

Hochschule und Wissenschaft ver.di Hochschule und Wissenschaft

Im Herbst ist Bundestagswahl: Eine umfassende Reform der Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft gehört unbedingt in den Koalitionsvertrag. Wir diskutieren am 31. August unsere Erwartungen mit Politiker*innen aus Bund und Ländern:

Dr. Stefan Kaufmann (Mitglied des Deutschen Bundestags, CDU), Michael Müller (Regierender Bürgermeister von Berlin und Kandidat für den Bundestag, SPD), Christian Schaft (Mitglied des Thüringer Landtags, DIE LINKE), Dr. Anna Christmann (Mitglied des Deutschen Bundestags, Bündnis 90/Die Grünen), Sylvia Bühler (Mitglied des ver.di-Bundesvorstands)

Aus der der Praxis berichten:
Stefanie Nickel (TU Berlin), Friedrich Paun (Universität Göttingen), Dr. Dr. Peter Ullrich (TU Berlin)

Diskussion am 31. August, 14 bis 15.30 Uhr im Livestream

Corona hat uns vor Augen geführt, wie dringend wir eine starke Wissenschaft brauchen. Die Hochschulen wurden im Hau-Ruck-Verfahren in die digitale Welt versetzt – dank eines enormen Kraftakts ihrer Mitarbeiter*innen. Dringend notwendige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen blieben dagegen auf der Strecke. Schlimmer noch: Viele befristete Arbeitsverträge liefen in der Pandemie einfach aus – häufig, obwohl Qualifikationsarbeiten oder Forschungsprojekte sich corona-bedingt verzögerten.

#IchbinHanna

Damit wurde in der Krise einmal mehr deutlich, was das Sonderbefristungsrecht in der Wissenschaft für die betroffenen Kolleg*innen bedeutet: Unsicherheit und die ständige Sorge um neue Arbeitsverträge prägen die Arbeit nicht selten über Jahrzehnte hinweg. Die Wut hierüber hat sich im Juni auf Twitter Bahn gebrochen: Unter dem Hashtag #IchbinHanna teilten Wissenschaftler*innen ihre Kurzbiografien und Beschäftigungsgeschichten sowie ihren Frust über die fehlende Planbarkeit des Berufswegs. Damit schafften es die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft zeitweise auf Platz 1 der Twitter-Trends.

Anlass des Shit-Storms war ein Erklär-Video des BMBF, welches das Wissenschaftszeitvertragsgesetz am Beispiel der Biologin Hanna erklärt. Darin wird der schnelle Wechsel des Personals als vorteilhaft hervorgehoben, weil er angeblich die Innovationskraft stärkt. Außerdem seien die massenhaften Befristungen notwendig, damit „nicht eine Generation alle Stellen verstopft“. Wie der im März der von der Bundesregierung herausgegebene Bundesbericht wissenschaftlicher Nachwuchs zeigt, sind nach wie vor über 90 Prozent des sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchses befristet beschäftigt.

Aufgaben für die neue Bundesregierung

Egal, wer ab Herbst die Bundesregierung stellt: Eine umfassende Reform der Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft gehört unbedingt in den Koalitionsvertrag. Die unbefristete Beschäftigung muss endlich auch in der Wissenschaft die Regel und nicht die Ausnahme sein. Auch beim wissenschaftsunterstützenden Personal beträgt der Befristungsanteil aktuell über 20 Prozent und liegt damit deutlich höher als in anderen Branchen. Ein Verbot sachgrundloser Befristungen ist überfällig. In Verwaltung und Technik entstehen mit Digitalisierung und Internationalisierung außerdem erhebliche zusätzliche Anforderungen, die sich in Stellenplänen und tariflicher Eingruppierung widerspiegeln müssen.

Eine starke Wissenschaft ist auf eine verlässliche Grundfinanzierung angewiesen. Keinesfalls dürfen die Krisenkosten zu einer neuen Sparpolitik in Bildung und Wissenschaft führen. Wir brauchen im Gegenteil eine deutlich verbesserte Ausstattung und mehr Personal, damit steigende Studierendenzahlen und Digitalisierung nicht zu Qualitätsverlusten führen. Auch soziale Einrichtungen wie Mensen, Wohnheime und Hochschul-Kitas müssen ausgebaut werden.

Wir diskutieren mit Politiker*innen aus Bund und Ländern, welche Weichen durch die neue Bundesregierung gestellt werden müssen: Am 31. August, 14-15.30 Uhr im Livestream. Der Link wird in Kürze hier veröffentlicht. Die Diskussion wird anschließend auch als Video abrufbar sein.

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  • 15.01.2014

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