Hochschulen

Zukunftsvertrag

Zukunftsvertrag

ver.di fordert von Bund und Ländern die Eindämmung befristeter Beschäftigung an Hochschulen.

Die Ministerpräsidentenkonferenz von Bund und Ländern entscheidet heute über den „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt aus diesem Anlass, dass der Bund über den neuen Zukunftsvertrag in die dauerhafte Finanzierung der Hochschulen einsteigt.

ver.di fordert aber, dass endlich verbindliche Zusagen für mehr Dauerbeschäftigung an den Hochschulen vereinbart werden. „Es braucht endlich faire Arbeitsbedingungen und Perspektiven für alle Hochschulbeschäftigten. Jahrzehntelange Befristungskarrieren und Vertragslaufzeiten von wenigen Monaten dürfen nicht länger die Regel sein. Deshalb muss – entgegen den bisherigen Vereinbarungen – das Geld des neuen Paktes verbindlich in Dauerbeschäftigung fließen. Der Zukunftsvertrag muss auch die Zukunft der Beschäftigten sichern. Denn Frist ist Frust“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel. Sie spielte damit auch auf die Kampagne „Frist ist Frust“ (http://frististfrust.net) von ver.di, der GEW und dem Netzwerk Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) an, die das Thema Dauerstellen überhaupt erst auf die Tagesordnung der Verhandlungen von Bund und Ländern gebracht hatte.

Der bisher vorliegende Vertragsentwurf der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz fordert zwar, dass die Länder mit den Mitteln des Bundes (zunächst 3,88 Milliarden Euro jährlich ab 2021) einen Fokus auf Dauerstellen legen sollen. „Diese Aufforderung ersetzt aber keine konkreten Vereinbarungen zur Entfristung. Sollte der Pakt heute dennoch unverändert unterschrieben werden, erwarten wir von den Ländern, dass sie verbindliche Ziele für eine deutliche Erhöhung unbefristeter Beschäftigungsverhältnisse an ihren Hochschulen benennen“, forderte Kittel. Dies solle dann in den jeweiligen Verpflichtungserklärungen zum Zukunftsvertrag geschehen.

Aktuell haben 90 Prozent des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie mehr als ein Viertel der Beschäftigten in Technik und Verwaltung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen nur befristete Stellen.

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