Hochschulen

Bündnis „Frist ist Frust“ protestiert vor Entscheidung über Hochschulpakt

Bündnis „Frist ist Frust“ protestiert vor Entscheidung über Hochschulpakt

Am Donnerstag (2.5.), dem Tag vor der Entscheidung über den Hochschulpakt protestierten erneut Beschäftigte aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen und Studierende vor dem Bundesbildungsministerium (BMBF) in Berlin für den „Entfristungspakt“. Aufgerufen hatte das Bündnis „Frist ist Frust“, getragen von ver.di, GEW und NGAWiss. Ihr Ziel ist, dass die Milliarden, die Bund und Länder in Zukunft über den Pakt an die Hochschulen bringen wollen, in Dauerbeschäftigung fließen. Etwa 100 Protestierende kamen zusammen und machten ihrem Unmut über die Befristungspraxis in der Wissenschaft Luft. 90 % des sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchses haben nur Zeitverträge und selbst in Verwaltungs- und technischen Bereich ist fast ein Viertel des Personals nur befristet beschäftigt, weit mehr als in allen anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes.

Manche der Aktiven hatten ihre über Jahre angesammelten Fristverträge mitgebracht. Mit Hilfe einer langen Leine wurde daraus ein Symbol für die wissenschaftstypische „Kettenbefristung“. Immer wieder skandierten sie „Entfristungspakt – Jetzt!“ Redner*innen der Initiator*innen forderten einhellig die Politik auf, die Chance für eine Weichenstellung hin zu mehr Dauerstellen nicht zu verpassen.

Untermauert wurde diese Forderung, indem ausgewählte Kommentare vorgelesen wurden, die sich unter der seit Mitte März laufenden Petition zum Entfristungspakt angesammelt hatten. Fast 15.000 Personen haben sie bereits unterschrieben und fast 3.000 haben auch eine schriftliche Begründung hinterlassen. Sehr eindrücklich schildern sie dort, wie die oft jahrzehntelange Befristung ihr Leben bestimmt, von der Schwierigkeit einen Kredit oder Mietvertrag zu bekommen bis zum Risiko einer Familiengründung.

Die Protestierenden wollen das nicht mehr hinnehmen und stellen sich auf weitere Aktionen ein, egal was die Politik in ihren Hochschulpakt schreiben wird.

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