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uni-assist e.V.: Erstmals Tarifbindung bei bundesweitem Hochschuldienstleister durchgesetzt auf Niveau des Tarifvertrags der Länder

Warnstreik am 7.8.2019 ver.di Warnstreik am 7.8.2019

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat bei uni-assist e.V. erstmals einen Tarifvertrag durchgesetzt. Sowohl Arbeitgeber als auch die ver.di-Tarifkommission stimmten dem Tarifverhandlungsergebnis zu; in der Urabstimmung hatten die ver.di-Mitglieder mit 98 Prozent dafür votiert.

Der bundesweite Dienstleister von 180 deutschen Hochschulen ist für die Prüfung von Zugangszeugnissen und Abschlüssen internationaler Studienbewerbungen an Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland verantwortlich. Die 184 Festangestellten haben nun erstmals den Schutz eines Tarifvertrages auf dem Niveau der Länder (TV-L). Dazu Sylvia Bühler, im ver.di-Bundesvorstand zuständig für Bildung und Wissenschaft: „Dieser Abschluss ist gut für die Beschäftigten bei uni-assist und gut für den Studienstandort Deutschland. Die Streikenden haben durch ihre Entschlossenheit in dieser monatelangen Tarifauseinandersetzung erreicht, dass Outsourcing als Sparmodell bei dieser wichtigen Dienstleistung für den Hochschulstandort Deutschland ausgedient hat.“ Beschäftigte, deren Gehalt bisher nicht an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes für den Bund (TVöD) angelehnt war, erhalten in Vollzeit nun monatlich im Schnitt 450 bis 550 Euro mehr.

Zu den vereinbarten Regelungen des Tarifvertrags der Länder kommen jährliche prozentuale Sonderzahlungen für sogenannte Saisonbeschäftigte, die mit befristeten Verträgen die Zeugnisprüfung ausländischer Studierender für das Wintersemester unterstützen. Außerdem gibt es gute Überleitungsregelungen für Beschäftigte, deren Gehalt bisher am TVöD angelehnt war. Die Einigung enthält zudem hohe Einmalzahlungen an Beschäftigte der Bereiche Logistik (Posteingang und Archiv) und Bewerbungsservice, die zuvor im Entgelt rund 550 Euro unterhalb des TV-L-Niveaus lagen.

Die erreichten Überleitungsregelungen und die Jahressonderzahlung für befristet Beschäftigte seien zentrale Forderungen der Beschäftigten gewesen, so Bühler. Das grundsätzliche Problem des hohen Befristungsanteils unter den Beschäftigten müsse noch gelöst werden. Nun sei es an uni-assist, „zeitnah tragfähige und arbeitnehmerfreundliche Lösungen zur Reduzierung des Befristungsanteils mit dem Betriebsrat zu verhandeln und zu installieren,“ so Bühler.

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