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DAA macht Angebot in der ersten Verhandlungsrunde

DAA macht Angebot in der ersten Verhandlungsrunde

Das gibt es eher selten, dass Arbeitgeber bereits in der ersten Verhandlungsrunde ein Angebot auf den Tisch legen. Die DAA GmbH hat das am 28.02.2020 in Hannover beim Auftakt der Entgeltverhandlungen erfreulicherweise gemacht. Allerdings musste ver.di das erste Angebot, das gleich am Morgen zu Verhandlungs-beginn auf den Tisch gelegt wurde, entschieden zurückweisen: Wir wollen keine unterschiedliche prozentuale Entgeltsteigerung und wir wollen keine Vereinbarung über drei Jahre.

Nach einem langen und intensiven Verhand-lungstag mit mehreren Unterbrechungen, in denen die Tarifparteien separat beraten haben, sieht das Arbeitgeberangebot wie folgt aus:

  • 250 Euro Sonderzahlung als Anerkennung für das Ergebnis im Jahr 2019 (bei Vollzeit)
  • 250 Euro Einmalzahlung für die Monate Januar bis März 2020 (bei Vollzeit)
  • Ab 1. April 2020 eine Anhebung der Entgelte um 2,8 Prozent
  • Zum 1. Januar 2021 eine weitere Anhebung um 3,9 Prozent
  • Laufzeit 24 Monate

Die ver.di-Tarifkommission hat den Erwartungen der Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben Ausdruck verliehen, dass vor allem für das laufende Jahr noch was draufgepackt werden muss. Der Maßstab für gute Bezahlung ist für uns nicht der Mindestlohn. Der hat mit einer angemessenen Vergütung für die professionelle und oft auch fordernde Arbeit nichts zu tun. Mit dem Angebot würde der Abstand zum Mindestlohn aber nicht größer, sondern sogar kleiner. Das geht gar nicht!

Erste konkrete Ergebnisse

Drei wichtige Punkte sind bereits geeint:

  • Für Auszubildende steigt die Vergütung kräftig an. Im 1. Ausbildungsjahr gibt es 898 Euro, im 2. Ausbildungsjahr 984 Euro und im 3. Ausbildungsjahr 1.079 Euro. Die Orientierung ist die tarifliche Ausbildungsvergütung von Industrie und Handel.
  • Des Weiteren werden die Kolleginnen und Kollegen in der Reinigung künftig mit dem Mindestlohn im Reinigungsgewerbe entlohnt, das macht bei einer Vollzeitstelle 1.831,38 Euro.
  • Die ver.di-Vorteilsregelung steigt ab dem 01.04.2020 auf 48 Euro. Sollte eine Vereinbarung von mehr als einem Jahr abgeschlossen werden, steigt der Betrag in 2021 auf 50 Euro.

Am 19. März werden die Verhandlungen in Kassel fortgesetzt.

Unsere Forderungen

Die ver.di-Tarifkommission fordert eine Einkom-menssteigerung um 11 Prozent rückwirkend ab Januar 2020 bei einer Laufzeit von 12 Monaten sowie eine Einmalzahlung von 1.500 Euro für Vollzeitbeschäftigte (Teilzeit entsprechend), um die Beschäftigten angemessen am Jahresüberschuss 2019 zu beteiligen. Auch sieht das Forderungspaket eine Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder von 50 Euro/Monat ab Januar 2020 sowie die Einführung von Erfahrungsstufen in der Vergütungstabelle vor. Das Weiteren müssen die Ausbildungsvergütungen angepasst werden.

Je stärker wir sind, desto mehr können wir gemeinsam durchsetzen.