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01/2019 | Stimmen für die Zukunft

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01/2019 | Stimmen für die Zukunft

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Entscheidendes Jahr und neue Weichenstellungen für den Fachbereich

Bildung sichert Zukunft ... klingt einfach, ist es aber nicht. Und neu ist die Erkenntnis auch nicht. Bereits vor über 150 Jahren hieß es bei Max und Moritz:

Also lautet ein Beschluß,
Daß der Mensch was lernen muß. –
Nicht allein das Abc Bringt den Menschen in die Höh‘;
Nicht allein in Schreiben, Lesen
Übt sich ein vernünftig Wesen;
Nicht allein in Rechnungssachen
Soll der Mensch sich Mühe machen,
Sondern auch der Weisheit Lehren
Muß man mit Vergnügen hören. –

Damals gab es schon reichlich Erfahrung mit der preußischen Schulordnung und der Industrialisierung. Beide waren aufeinander abgestimmt. Es ging dabei nicht um die Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben – im Gegenteil. Schreiben, Lesen, Rechnungssachen waren die Eintrittsberechtigung für Erwerbstätigkeit bis zum Tod. Bildung sollte darauf vorbereiten, was einem in der Arbeitswelt blühte.

Das ist heute immer noch so? Nein, eben nicht! Wir tun immer noch so, als würde eine Erstausbildung oder ein Erststudium reichen, um am Arbeitsmarkt bestehen zu können. Weder für die neuen Anforderungen noch für die damit verbundenen Belastungen sind wir gewappnet. Immer schneller, höher, weiter? Genug gelernt gibt es nicht. Abschlüsse sind nicht mehr der Zielpunkt des Wissenserwerbs. Lernen um zu lernen ist keine Phrase, sondern eine Erfolgsformel. Die Voraussetzung dafür aber ist, dass man sich nicht alleine über Kurse, Zeugnisse und formale Ausbildungen definiert, sondern weiß, wer man ist. Natürlich bleibt es wichtig, Lesen, Schreiben, Rechnen zu beherrschen – das sind Werkzeuge. Aber wenn man nicht lernt wozu – also der Weisheit Lehren mit Vergnügen zu hören – ist das Verschwendung. Hast du noch Abitur oder weißt du schon Bescheid?