biwifo-Report

01/2020 | Arbeit darf nicht krank machen

01/2020 | Arbeit darf nicht krank machen

Grafitti:Arbeit darf nicht krankmachen Werner Bachmeier Titel biwifo Report 1. Ausgabe 2020

Arbeit darf nicht krank machen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

als die Redaktion des biwifo-Reports den Schwerpunkt dieser Ausgabe festgelegte, lebten wir noch in der Vor-Corona-Zeit. Wohl niemand
konnte sich vorstellen, wie sich unser Leben und unsere Arbeit durch die Pandemie verändern würde.

Die auferlegten Maßnahmen akzeptieren wir. Wir wissen, dass viele Menschenleben nur dann  zu retten sind, wenn das Gesundheitswesens
nicht überlastet wird. Es gilt, sich vor einer Infektion zu schützen aber auch vor seelischen Beeinträchtigungen, die durch die Minimierung
sozialer Kontakte entstehen. Mental Health Europe gibt Tipps für die psychische Gesundheit. Dazu gehört auch: „Beschaffen Sie sich Informa - tionen aus vertrauenswürdigen Quellen.“ Fakten sind gefragt, nicht Panikmache oder Verharmlosung. Es geht um wissenschaftliche Erkenntnisse und eine Politik, die ihre Entscheidungen darauf baut.

Die hohe Bedeutung der Wissenschaft wird uns in diesen Tagen vor Augen geführt. Wir hoffen auf einen Impfstoff und Erkenntnisse, wie an Covid-19 Erkrankte erfolgreich zu behandeln sind. Gut, wenn Wissenschaftler*innen in aller Welt vernetzt forschen. Nicht akzeptabel ist, wenn eine PR-Firma bei der Industrie Geld sammelt, um die öffentliche Darstellung einer Studie zu beeinflussen, wie es wohl bei der „Heinsberg-Studie“ passiert ist. Solche Praktiken kritisiert ver.di schon seit langem.

Viele unserer Kolleginnen und Kollegen aus Bildung, Wissenschaft und Forschung sind durch die Krise existenziell betroffen. In den Weiter - bildungseinrichtungen wurden die meisten Maßnahmen und Kurse abgesagt – viele Betriebe haben Kurzarbeitergeld beantragt. Das Sommer -
semester muss komplett digital stattfinden – eine große Herausforderung. Die Einrichtungen der Studierendenwerke sind geschlossen.

ver.di bringt sich auf allen Ebenen ein für die Interessen unserer Mitglieder. In unserem Sofortprogramm „Studium, Hochschule und Forschung
sichern“ steht ganz oben ein Befristungsmoratorium, denn Menschen mit prekärer Beschäftigung haben es besonders schwer. Auch ohne
Pandemie.

Durch diese Krise kommen wir am besten gemeinsam und solidarisch. Bleibt gesund!

Herzliche Grüße

Sylvia Bühler

(Bundesfachbereichsleiterin FB Bildung, Wissenschaft und Forschung)